Geschenktes Obst

Glücklich?

 

Neulich fuhr ich an einem warmen Sommertag, es war ca. 17 Uhr, von der Arbeit nach Hause. Freitag. Endlich Wochenende.

Ich fuhr in einer kleinen Seitengasse, mit vielen kleinen Häusern mit netten Gärten, entlang. Eines davon ausgestattet mit einer Handvoll Apfel- und Birnenbäumen. Das kann ich so genau sagen, denn vor dem Grundstück stand, direkt am Rande der Straße, ein kleines Tischchen. Mit seinen wackeligen Beinen sah er nicht mehr gerade stabil aus. Ihn bedeckte ein kleines weißes Tuch, welches schon zur Hälfte herunter geweht wurde. Auf dem kleinen Tisch lagen 3 Äpfel und 2 Birnen mit einem Zettel - „Obst zu verschenken“. Warteten darauf, bis jemand sie nimmt. Und genießt.

 

Diese Leute teilen ihr selbst angebautes Obst. Mit Menschen, die keine eigenen Obstbäume haben. Mit Menschen, die sich über frisches Obst freuen. Sie wissen nicht, wer sich bedient. Welcher Typ Mensch. Mit welcher Geschichte. Mann oder Frau. Groß oder klein. Dick oder dünn. Das ist hier egal. Die Freude wird für jeden gemacht. Für jeden, der hier vorbei geht.

 

Diese kleine Geste macht mich glücklich. Zufrieden. Eine Art Zusammenhalt. Ohne Scheu. Ohne Angst.

 

Das Obst ist so viel mehr als nur einfaches Obst, welches auf den Boden fiel, als es reif war. Nein, es ist Glück. Vielleicht ist genau diese Geste, genau dieses Obst, das, was derjenige, der sich bedient, gerade braucht. Diese kleine Geste ermutigt, erfreut und gibt Kraft.

 

Das schafft übrigens auch ein klitzekleines Lächeln. Ja, eine fremde Person anlächeln. Ohne Grund. Naja, der Grund, ihnen eine Freude zu machen. Das ist doch Grund genug.

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